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- 8.9.2011: Gottes Medizin gegen Rassismus und Nationalismus: Das „Gebetshaus für alle Völker“.
- 1.3.2011: Volltreffer! Du bist einzigartig!
- 25.2.2011: Die Medizin gegen Bitterkeit
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- 31.12.2010: "Der Weg zur Hölle ist mit guten Vorsätzen gepflastert."
- 24.12.2010: Weihnachten
Archiv der Kategorie Weitergehen + Wachsen
Das Wort des Glaubens
18.11.2011 von Wolfram.
Die Gerechtigkeit aus Glauben aber sagt so: Sprich nicht in deinem Herzen: «Wer wird in den Himmel hinaufsteigen?» das ist: Christus herabführen; oder: «Wer wird in den Abgrund hinabsteigen?» das ist: Christus aus den Toten heraufführen. Sondern was sagt sie? «Das Wort ist dir nahe, in deinem Mund und in deinem Herzen.» Das ist das Wort des Glaubens, das wir predigen, daß, wenn du mit deinem Mund Jesus als Herrn bekennen und in deinem Herzen glauben wirst, daß Gott ihn aus den Toten auferweckt hat, du errettet werden wirst. Denn mit dem Herzen wird geglaubt zur Gerechtigkeit, und mit dem Mund wird bekannt zum Heil. Denn die Schrift sagt: «Jeder, der an ihn glaubt, wird nicht zuschanden werden.» (Röm 10,6-11)
Im vorigen Beitrag habe ich darüber geschrieben, dass es mit dem Christsein einfach so weitergehen kann, wie es am Anfang war. Und am Anfang hörten wir das „Wort des Glaubens“ - das Evangelium. Durch diese Botschaft lernten wir erstmals Jesus kennen und je mehr wir sie von Herzen verstehen, desto mehr kennen wir ihn und haben Gemeinschaft mit ihm. Dieses Wort wird in all den vielen Alltagssituationen praktisch und lebendig durch den Geist Gottes in uns. Es ist uns nahe - in unserem Mund und unserem Herzen - um es zu tun.
Zwei Dinge werden hier genannt, die unser Teil dabei sind:
Das erste: Du brauchst nur zu glauben, dass Jesus für deine Schuld gestorben ist. Der Beweis dafür ist die Auferstehung. Durch die Sünde kam der Tod zu allen Menschen (Röm 4; Röm 6,23). Jesus war ohne Sünde. Nur deshalb hatte der Tod keine Macht über ihn. Er trug deine Schuld und Gottesferne aus Gehorsam. Deshalb hatte er die Macht sein Leben wieder zu nehmen (Joh 10,18). Seine Auferstehung ist der Beweis dafür, dass das Kreuz kein Unglück war, sondern, dass dies alles im Willen Gottes geschah und Gott somit sein Opfer angenommen hat. Du bist frei und kannst wieder als Kind Gottes in seiner Nähe leben. - „ Denn mit dem Herzen wird geglaubt zur Gerechtigkeit …“
Das zweite ist dein Bekenntnis zu Jesus: „ und mit dem Mund wird bekannt zum Heil.“ Das Leben mit Gott verläuft oftmals entgegengesetzt zum Lauf dieser Welt, die vom Bösen unterdrückt und geplagt wird. Ein heimliches Christsein ist deswegen kaum möglich. Man fällt auf, weil man anders ist und andere Überzeugungen hat. Wenn das nicht der Fall ist, ist man auf dem Rückzug. Man kommt auch in der Praxis nicht darum herum sich klar zur Wahrheit zu bekennen, wenn man Jesus nicht verleugnen will. Was ist von einem Diener zu halten, der sich schämt, wenn er von seinem Herrn sprechen soll. Entweder ist es ein schlechter Herr oder der Diener hat ein schlechtes und minderwertiges Bild von ihm.
Jeder nun, der sich vor den Menschen zu mir bekennen wird, zu dem werde auch ich mich bekennen vor meinem Vater, der in den Himmeln ist. Wer aber mich vor den Menschen verleugnen wird, den werde auch ich verleugnen vor meinem Vater, der in den Himmeln ist. (Mt 10,32+33)
Dazu kommt noch, dass wir natürlich auf keinen Fall wollen, dass die Menschen, die wir kennen die Chance auf das ewige Leben verlieren. Es geht nicht um krampfhafte Bemühungen zu „missionieren“, aber unser Bekenntnis ist unser Festhalten an Jesus und dem Wort des Glaubens. Ohne dieses Festhalten werden wir das „Heil“ nicht erreichen.
In alledem können wir uns völlig Gott anvertrauen, der uns hier schon ein sinnvolles Leben gibt und uns am Ende an sein herrliches Ziel führt - nach Hause, wo er schon einen wunderbaren Ort für uns vorbereitet hat.
Denn die Schrift sagt: «Jeder, der an ihn glaubt, wird nicht zuschanden werden.»
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Reiches Leben aus Glauben (2)
30.10.2011 von Wolfram.
Nachdem wir etwas über das Gesetz Gottes gesprochen haben und darüber, dass der Weg des Glaubens eine neue Möglichkeit eröffnet mit Gott zu leben und ihn zu kennen, wollen wir uns jetzt näher mit damit befassen, wie das praktisch aussieht. Lesen wir weiter in Röm 10:
Denn Christus ist des Gesetzes Ende, jedem Glaubenden zur Gerechtigkeit. Denn Mose beschreibt die Gerechtigkeit, die aus dem Gesetz ist: «Der Mensch, der diese Dinge getan hat, wird durch sie leben.»
Die Gerechtigkeit aus Glauben aber sagt so: Sprich nicht in deinem Herzen: «Wer wird in den Himmel hinaufsteigen?» das ist: Christus herabführen; oder: «Wer wird in den Abgrund hinabsteigen?» das ist: Christus aus den Toten heraufführen. Sondern was sagt sie? «Das Wort ist dir nahe, in deinem Mund und in deinem Herzen.» Das ist das Wort des Glaubens, das wir predigen, daß, wenn du mit deinem Mund Jesus als Herrn bekennen und in deinem Herzen glauben wirst, daß Gott ihn aus den Toten auferweckt hat, du errettet werden wirst. Denn mit dem Herzen wird geglaubt zur Gerechtigkeit, und mit dem Mund wird bekannt zum Heil. Denn die Schrift sagt: «Jeder, der an ihn glaubt, wird nicht zuschanden werden.» (Röm 10,4-11)
Glauben ist einfach und natürlich
Zum Glauben brauchst du erstmal keine mega-übernatürlichen Erfahrungen. Du musst nicht „in den Himmel hinaufsteigen“ und dann irgendwelche Erfahrungen machen, die alles verändern. Du musst auch nicht durch die Hölle gehen, um von Gott Gnade zu bekommen. Manche glauben, dass man Gott nur durch Leid und Zerbruch begegnen kann. Es ist einfacher: „Das Wort ist dir nahe, in deinem Mund und in deinem Herzen.“ Es ist nicht mehr der endlose Kampf mit all den vielen Anforderungen und Geboten des Gesetzes.
Wie war es als Du zuerst zu Jesus gekommen bist? Schwierig? Kompliziert? Bei mir war es so, dass ich keine anderen Christen kannte, nachdem ich beim Hören einer Radiosendung zu Glauben gekommen war. So war ich sehr unsicher, ob ich nun errettet war oder nicht. Hier las ich die Antwort: „…daß, wenn du mit deinem Mund Jesus als Herrn bekennen und in deinem Herzen glauben wirst, daß Gott ihn aus den Toten auferweckt hat, du errettet werden wirst.“ So fing ich an, meiner Familie und meinen Freunden zu erzählen, dass ich Christ geworden war. Ich entschloss mich auf Jesus zu vertrauen, dass er mich durch Tod und Auferstehung gerettet hat, Ich war entschlossen mich ihm unterzuordnen. Bald war ich mir 100% sicher nun mit Gott im Reinen zu sein und zu ihm zu gehören. Ich genoss es, dieses Bewusstsein seiner Gegenwart zu haben und beobachtete genau, wann Gott besonders stark „da“ war und wann weniger. Ich hatte nicht viel Ahnung, aber durch Beobachtung stellte ich fest, dass die Gegenwart Gottes hauptsächlich von drei Faktoren abhängt: Womit fülle ich meine Gedanken? Wie bin ich gegenüber anderen Menschen eingestellt? Und: Wie reagiere ich auf den nächsten Schritt des Glaubens und des Gehorsams, den Gott mir sehr deutlich zeigt? Typisch für den Anfang ist auch, dass ich sehr dankbar war, Gott zu kennen und errettet zu sein.
Wie es anfängt, so geht es auch weiter
So wie man im Glauben angefangen hat, so macht man einfach weiter! Es gibt keine „Flitterwochen“ in denen alles so schön ist und dann kommt das ganze sauere Christsein, wo wir durchhalten müssen bis wir endlich im Himmel sind. Was soll das für ein Vater im Himmel sein, der seinen Kindern sagt, dass er sie lieb hat und sie dann ganz allein auf eine jahrelange Reise schickt? Paulus hat etwas anderes gelehrt:
Wie ihr nun den Christus Jesus, den Herrn, empfangen habt, so wandelt in ihm, gewurzelt und auferbaut in ihm und gefestigt im Glauben, wie ihr gelehrt worden seid, indem ihr überreich seid in Danksagung! (Kol 2,6+7)
So wie wir Christus empfangen haben, so gehen wir auch mit ihm. Aus einfachem Glauben mit Dankbarkeit. Es wird sogar noch besser als am Anfang, denn wir werden „gefestigt“ und „auferbaut“.
Das Wort Gottes ist schon in dir!
Allen frommen Ausreden zum Trotz: “Das Wort ist dir nahe, in deinem Mund und in deinem Herzen”. Ich höre und gehorche demütig. Ich kann es auch, denn Gott ist es, der in mir lebt und sein Werk tut. Jesus hat gesagt:
Meine Schafe hören meine Stimme, und ich kenne sie, und sie folgen mir; (Joh 10,27)
Ich lebe aus dem Hören und nicht aus meinen Gedanken und Begierden. Ich glaube. Ich tue das stetig und beharrlich. Das ist alles. Darin wird Gott sich zeigen und sich groß und wunderbar erweisen. Warum soll das ausgerechnet bei dir nicht funktionieren? Gott „funktioniert“ sowieso nicht. Er hat gesprochen und sein Wort ist wahr und zuverlässig. Wenn es nicht „funktioniert“, obwohl du die „Wiedergeburt“ (Joh 3,16) erlebt hast, dann liegt es daran, dass du diesen Weg des Glaubens irgendwie aus den Augen verloren hast. Es gibt machmal eine Dürre, aber es ist nicht normal auf Dauer in der Wüste zu sitzen.
Den Weg wieder zu finden, ist auch nicht schwer. Geh‘ in Gedanken in die Vergangenheit zurück bis du zu einem Punkt kommst wo du Gottes Führung und Gegenwart zum letzten Mal erlebt hast. Was hat Gott dir damals klargemacht? Hast du es getan? Was war damals der nächste Schritt des Glaubens? Das ist der Punkt an dem du Gott wieder treffen kannst.
Am Anfang sind wir unerfahren und werden leicht von Gottes Weg weggelockt. Unsere Aufmerksamkeit wird in der Gemeinde auf ein religiöses System gelenkt mit dem wir beschäftigt sind oder es gilt rein äußerliche Formen und Traditionen einzuhalten.
Sehr häufig wir verpassen wir Gott bei den kleinen Schritten, die dazu führen sollen, dass wir unsere alte Natur ablegen und dem Geist Gottes nach leben. Wenn wir die Stimme Gottes klar hören wollen, müssen wir lernen, das was der Bauch und der alte Adam sagen, von der Stimme Gottes zu unterscheiden. Dies kann natürlich nur funktionieren, wenn wir lernen Dinge zu tun, die dem „Fleisch“ nicht gefallen. Ansonsten werden Wunschdenken und Gottes Stimme in unserem Herzen nicht zu unterscheiden sein. Zuerst lernst du in dein eigenes Alltagsleben zu beherrschen (Röm 5,17). Gott fängt deshalb mit einfachen Lockerungsübungen an: Ich schlafe nicht bis 9.00 Uhr morgens und bin den Rest des Tages frustriert, sondern … Und was Gott Gott gesagt? Keine Schokoladenkekse am Abend? Wieso das denn??
Denk‘ nicht so viel darüber nach und mach nicht so einen riesigen Kampf daraus. Der Sieg ist vollbracht und nun ist es einfach Gott zu folgen, denn:
«Das Wort ist dir nahe, in deinem Mund und in deinem Herzen.»
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Reiches Leben aus Glauben (1)
17.10.2011 von Wolfram.
Welche Gebote muss man einhalten und welche nicht? Was ist das Minimum? Wie lebt man praktisch als Christ mit Gott? Wenn wir als Christen frei vom Gesetz sind, wie kann man dann leben ohne „Bahn frei“ zu machen für alles Schlechte? - Ein Thema mit viel Verwirrung ist der Gegensatz von einem Leben unter dem Gesetz Gottes und einen Leben im Glauben. Da hilft es auch nichts, wenn das Gesetz Gottes nun „geistliche Prinzipen“ genannt wird und so getan wird, als würde es nur aus schönen Versprechen bestehen. Und Glauben ist dann vielleicht, wenn ich mir etwas ganz fest einbilde? Mit Hilfe von Römer 10 grabe ich in den nächsten Folgen tiefer.
Das Gesetz Gottes - gut, aber für Sünder nicht zu empfehlen
Genauso, wie es von Gott gegebene Naturgesetzte gibt, welche die materielle Welt bestimmen, gibt es auch geistliche Gesetze, die unser Leben bestimmen und für alle Ewigkeit gelten. Es gibt diese materielle Welt und eine unsichtbare Welt, die über dieser materiellen Welt steht. Das Sichtbare kommt aus dem Unsichtbaren (Hebr 11,3). Alles wird durch den Plan und die Gebote Gottes bestimmt. Die Bibel nennt es einfach „das Gesetz“. Wenn wir alle diese Gesetze beachten, werden wir „leben“. Das heißt, wir werden Gott kennen, es wird uns gut gehen und wir werden im Einklang mit Gott und seiner Schöpfung stehen.
Das Gesetz Gottes ist gut und es dient dazu das Böse in Schach zu halten. Der natürliche Mensch ist von Gott getrennt. Damit er nicht zu viel Schaden anrichtet und dem Feind Gottes freie Bahn macht, hat Gott ein Gefängnis aus harten Geboten und Prinzipien gebaut, das nicht angenehm ist und auch niemandem zum Leben mit Gott verhilft, aber das erstmal das Schlimmste verhindern soll. Er sagt: „Du sollst nicht ..!“ „Wehe wenn du ..!“ Und: „Wenn du dies tust, dann tue ich (Gott) das …“
Da Gott für uns von Natur aus fremd ist, empfinden wir, dass sein Gebot gegen uns gerichtet ist! Das ist der klare Beweis dafür, dass wir „Sünder“ sind. Nun aber hat Gott einen neuen und lebendigen Weg gemacht, auf dem wir ihn persönlich kennenlernen können und der uns aus dem Leben als Sünder in ein neues ewiges Leben mit ihm führt. Dieser neue Weg heißt “Glauben”.
Die negative Bilanz unserer Bemühungen im Gegensatz zu Glauben
Wenn man die Prinzipien der Bibel verinnerlicht hat, dann ist es mit etwas Demut gar nicht schwer zu sehen, dass sie tatsächlich funktionieren. - Aber leider nicht zu Leben, sondern zum Tod. Man sieht die negative Frucht der Fehler und Versäumnisse, aber das Gute, um das man sich so sehr bemüht hat scheint irgendwie fruchtlos und schal zu bleiben. Nicht immer schlecht - aber Leben? Leben in Fülle, wie es Jesus versprochen hat? Große Belohnungen, wenn man etwas tut, was Gott geboten hat? Nicht wirklich. Das liegt daran, dass es ja selbstverständlich ist, Gott in allen Dingen zu gehorchen. Wie sollte es anders sein, wenn Gott der wahre Schöpfer des Universums ist? Wir betrachten die Einhaltung von Gottes Geboten, als etwas Besonderes und meinen, wenn wir auch nur ein wenig in diese Richtung gehen und uns dazu schwer überwinden, dann müssten wir eine große Belohnung bekommen. Das kann ja aber gar nicht so sein! Im Gegenteil: Wir müssen die Folgen tragen für das, was wir nicht in Gottes Willen getan haben.
Der Gehorsam gegenüber einem so guten und großen Gott ist selbstverständlich und dafür gibt es keine Belohnung. Nur weil wir Sünder sind, denken wir, dass wir Gott einen großen Gefallen tun, wenn wir ab und zu ein wenig auf ihn achten. Wir tun ab und zu „Werke“, damit wir ein wenig besser dastehen vor Gott. Oder wir rackern uns sogar ab mit dem Ziel von Gott etwas zu bekommen und ihm zu gefallen. Die Bilanz ist negativ. Das sagt auch die Bibel:
Dem aber, der Werke tut, wird der Lohn nicht angerechnet nach Gnade, sondern nach Schuldigkeit. (Röm 4,4)
Jesus selber hat es in einem Gleichnis dargestellt
Und die Apostel sprachen zu dem Herrn: Mehre uns den Glauben! Der Herr aber sprach: Wenn ihr Glauben habt wie ein Senfkorn, so würdet ihr zu diesem Maulbeerfeigenbaum sagen: Entwurzele dich und pflanze dich ins Meer! Und er würde euch gehorchen. Wer aber von euch, der einen Sklaven hat, der pflügt oder hütet, wird zu ihm, wenn er vom Feld hereinkommt, sagen: Komm und leg dich sogleich zu Tisch? Wird er nicht vielmehr zu ihm sagen: Richte zu, was ich zu Abend essen soll, und gürte dich und diene mir, bis ich gegessen und getrunken habe; und danach sollst du essen und trinken? Dankt er etwa dem Sklaven, daß er das Befohlene getan hat? Ich meine nicht. So sprecht auch ihr, wenn ihr alles getan habt, was euch befohlen ist: Wir sind unnütze Sklaven; wir haben getan, was wir zu tun schuldig waren. (Lk 17,5-10)
Auf den ersten Blick hat die Geschichte mit dem Sklaven nichts mit der Frage der Apostel nach mehr Glauben zu tun. Jesus stellt zuerst die Kraft und Auswirkung von Glauben auf eine Weise dar, die uns übertrieben erscheint. Und dann macht er deutlich: Gehorsam und Dienst für Gott ist selbstverständlich, so wie ein Sklave selbstverständlich seinem Herrn dient. So wird deutlich: Es ist selbstverständlich Gott zu dienen. Man kann sich bei Gott nichts erarbeiten. Es gibt bei ihm nichts zu holen und keine Aufstiegsmöglichkeiten. Wir bleiben „unnütze Sklaven“. Doch nun hat Gott einen „neuen und lebendigen Weg“ (Hebr 10,20) aufgemacht: Der erstaunliche Weg des Glaubens, der uns mit der Kraft und Vollmacht Gottes verbindet, wie es die Geschichte von dem Maulbeerfeigenbaum zeigt.
Karotte vor der Nase?
So ist es schon gut sich um die Gebote und Maßstäbe Gottes zu bemühen - viel besser als dem Bösen freien Lauf zu lassen! Aber es bleibt ein religiöser Frust zurück. Das Konzept «Der Mensch, der diese Dinge getan hat, wird durch sie leben.» bleibt für normal sterbliche Menschen unerreichbar. Es ist wie mit der Karotte, die den störrischen Eseln vor die Nase gehalten wird, damit sie doch irgendwie weitergehen. Der Esel muss ständig geschlagen oder gelockt werden und er bleibt den ganzen Weg störrisch und mies gelaunt. - Die Karotte bleibt ein Traum für Esel.
Dieser Zustand soll nach Gottes Willen nun zu Ende sein! Gott hat Schluss gemacht mit der Karottenmethode und den „Wenn du … dann wird Gott …“ Sprüchen.
Denn Christus ist des Gesetzes Ende, jedem Glaubenden zur Gerechtigkeit.
Denn Mose beschreibt die Gerechtigkeit, die aus dem Gesetz ist: «Der Mensch, der diese Dinge getan hat, wird durch sie leben.» (Röm 10,4+5)
Jesus nimmt dem Esel seine Last ab, und führt in in sein Haus. Er gibt ihm die Karotte, striegelt sein Fell und bringt ihm bei, freiwillig aus Vertrauen hinter ihm her zu trotten. Ohne Drohungen und ohne unerreichbare Karotten. Dieses Leben im Glauben wird in den weiteren Versen von Röm 10 beschrieben.
(Fortsetzung folgt)
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Die Medizin gegen Bitterkeit
25.2.2011 von Wolfram.
Nachfolgend ein Ausschnitt aus dem PDF über Autorität, weil dieser Aspekt zentral für die Beziehung zu Gott ist und nicht genug betont werden kann.
Autorität über das eigene Leben
Gott hat mir Autorität über mein eigenes Leben gegeben. Das ist eine gute Nachricht, denn damit habe ich die Schlüssel für mein Leben in der Hand. Es sind nicht die Umstände, meine Eltern, mein Arbeitgeber, Ehepartner, die Gesellschaft oder mein Geld, die über mich herrschen, sondern ich bin von Gott befähigt, beauftragt und ausgerüstet mein Leben zu führen und nur deshalb sagt Gott, dass er am Ende mein Leben beurteilen wird. Wenn ich es nicht in der Hand hätte, dann hätte ich auch keine Verantwortung und Gott könnte sich gerechterweise kein Urteil darüber erlauben.
Ist mein Leben heute so wie es ist, weil andere mir Unrecht getan haben? Weil andere mich verletzt oder mir Unrecht getan haben? Bin ich ein Opfer von mangelhaften Eltern, einer schlimmen Gesellschaft oder widrigen Umständen? Ist meine Gemeinde daran Schuld, dass ich nicht weitergeführt werde? Bei all dem ist zu Bedenken: Wenn ich anderen die Schuld gebe, gebe ich auch den Schlüssel der Autorität über mein Leben ab. Ich bin nun ein Opfer. Ich bekenne damit: Nicht ich habe es in der Hand, sondern meine Eltern, Leiter oder wer oder was auch immer sind verantwortlich. Natürlich sind sie es auch und werden einmal vor Gott dafür Rechenschaft ablegen müssen. Aber mir hat Gott Macht über mein Leben gegeben und meine Reaktion auf die Dinge und Menschen, die mir begegnen bestimmt meinen Weg und liegt in meiner Verantwortung. Wenn ich zu dem Ergebnis komme, dass ich die Verantwortung für mein Leben habe, dann ergibt sich daraus zwangsläufig, dass es meine Reaktionen auf Ungerechtigkeit und Verletzungen sind, die mich zu Verbitterung, Depression und anderen negativen Resultaten geführt haben. Es ist meine Reaktion auf die Dinge, die mich bitter, unbarmherzig, neidisch usw. macht. So werde ich von Gott getrennt und mein Leben wird vergiftet. Gott will uns alles zu Besten dienen lassen und er hat die Macht selbst das bitterste Wasser süß zu machen, indem das Holz des Kreuzes hineingeworfen wird:
Und Mose ließ Israel vom Schilfmeer aufbrechen, und sie zogen hinaus in die Wüste Schur und wanderten drei Tage in der Wüste und fanden kein Wasser. Da kamen sie nach Mara, aber sie konnten das Wasser von Mara nicht trinken, denn es war bitter. Darum gab man dem Ort den Namen Mara. Und das Volk murrte gegen Mose: Was sollen wir trinken? Da schrie er zum HERRN, und der HERR zeigte ihm ein Stück Holz; das warf er ins Wasser, und das Wasser wurde süß. Dort legte er Ordnung und Recht für es fest, und dort prüfte er es, und er sprach: Wenn du willig auf die Stimme des HERRN, deines Gottes, hörst und tust, was in seinen Augen recht ist, seinen Geboten gehorchst und all seine Ordnungen hältst, dann werde ich dir keine der Krankheiten auferlegen, die ich den Ägyptern auferlegt habe; denn ich bin der HERR, der dich heilt. Dann kamen sie nach Elim, und dort waren zwölf Wasserquellen und siebzig Palmbäume; und sie lagerten sich dort am Wasser. (2.Mose 15,22-27 - das Wort „Mara“ bedeutet „bitter“.)
In Mara prüfte Gott das Volk Israel. Genauso werden wir geprüft an bitteren Erfahrungen. Wenden wir uns zu Gott? Strecken wir uns nach seiner Hilfe aus? Oder klagen wir Gott an und geben anderen die Schuld? In Amerika gibt es das Sprichwort „get bitter or better“ (werde bitter oder besser).
Mose warf das Holz ins Wasser und das Wasser wurde süß. Das ist ein Symbol dafür, wie wir in jeder Situation das Kreuz anwenden können:
Bin ich das arme Opfer? Nein: Jesus hat mich erlöst von aller Macht der Finsternis. Er hat meine Schuld und mein Leid getragen. Was ich erlebe ist nur eine Prüfung für die ich viel Gutes erhalten werde, wenn ich bestehe - und auch zum Bestehen hilft mir Gott!
Habe ich einen Anspruch gegen andere oder gegen Gott? Nein: Wenn Jesus für mich als Sünder am Kreuz gestorben ist und mir alles vergeben ist, dann kann ich nicht andere verurteilen (lies ab Mt 18,21!).
Muss ich im Selbstmitleid leben oder von meinen Verletzungen und Prägungen beherrscht werden? Nein: Jesus hat mein ganzes Leben mit all den ganzen Verknotungen am Kreuz getragen, nicht nur einzelnen Sünden. So sind mir mit ihm gestorben und frei von uns selber. In der Praxis zeigt sich das dadurch, das wir die Kraft haben uns selbst zu verleugnen, d.h. in positiver Weise frei von uns selbst zu sein. Lass los und du wirst losgelassen werden! Schau auf Jesus, den Anfänger und Vollender deines Glaubens!
Jesus hat als Gerechter für die Ungerechten gelitten. Das ist die Medizin gegen Bitterkeit. Auch ich kann wie Jesus als Gerechter für unter unter den Ungerechten leiden und dem Bösen ein Ende machen, in dem ich es bei mir enden lasse. Ich kann voller Freude sein, weil ich weiss es ist der Weg, den Jesus gegangen ist und ich bin auch ein Sohn oder eine Tochter Gottes - mit ihm werde ich all die unermesslichen Reichtümer erben, die für alle Ewigkeit meins sein werden. Was sind dagegen die schmerzhaften Erfahrungen dieser Welt? Was kann mein böser Nachbar, die böse Welt oder meine Vergangenheit daran ändern?
Muss ich andere anzapfen und dafür sorgen, dass ich Aufmerksamkeit, Liebe und vieles andere bekomme? Nein: Wenn Gottes Liebe und Zuwendung, die ich einfach durch das Kreuz geschenkt bekommen habe mir nicht genügt, dann wird mir nichts genügen.
Die Bitterkeit wird mich innerlich töten, aber wenn ich das Kreuz anwende, wird Gott seine Macht zeigen und selbst aus den finstersten Erfahrungen noch Gutes machen. Nach Mara kommt die herrliche Oase Elim.
In Mara „legte er Ordnung und Recht für es fest“. Nur in den schwierigen Zeiten kann man sich entscheiden, die Ordnungen Gottes anzunehmen. Zum Beispiel, die Tatsache, dass Gott dir die Vollmacht und die Schlüssel für dein Leben gegeben hat. Deine im Herzen getroffenen Entscheidungen sind es, die selbst das Leben in der Ewigkeit bestimmen werden. Gott will keine Anhänger, die ständig durch Segnungen und Problemlösungen bei Laune gehalten werden müssen. Er sucht Menschen, die Ihn lieben und das sind offensichtlich die, die unter Schwierigkeiten und in bitteren Erfahrungen seine Ordnungen und Wege akzeptieren.
Glücklich ist der Mensch, dessen Stärke in dir ist, in dessen Herz gebahnte Wege sind! Sie gehen durch das Tränental und machen es zu einem Quellort. Ja, mit Segnungen bedeckt es der Frühregen. (Ps 84,6.7)
In jeder Situation meines Lebens steckt die Chance einen Sieg Gottes daraus zu machen durch Vergebung, Erlösung, Heilung, Wiederherstellung, Segnung, Wachstum … oder dem Feind den Sieg zu überlassen durch Bitterkeit, Selbstmitleid, Depression, Verantwortungslosigkeit, Rache, Schuld, Verdammnis … Dazu hast du die Autorität - die Vollmacht von Gott! Derek Prince hat gesagt: „Segen oder Fluch - Du hast die Wahl.“
Adam und Eva lebten in einer perfekten Welt. Der Triumph Satans war, das sie sich trotzdem gegen den Weg Gottes entschieden. Wir leben in einer kaputten, gefallenen Welt. Der Triumph des Herrn Jesus Christus ist es, dass wir uns trotzdem für ihn entscheiden.
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Der Wachstumspfad (7)
23.8.2010 von Wolfram.
„Ich liebe es deinen Willen zu tun.“
Wenn heute jemand vom Willen Gottes redet, dann hört es sich so religiös schwülstig an und irgendwelche unerreichbar fromme Vorbilder kommen uns in den Sinn. Und wir denken: Werde ich mich je dazu überwinden können …? Aber der Wille Gottes ist keine Kröte, die man schlucken muss! Das glauben wir nur, weil unser Denken noch von Vorurteilen gegenüber Gott geprägt ist. Wir brauchen eine Erneuerung unseres Denkens, um zu erkennen, wie wunderbar und erstrebenswert der Wille Gottes für uns ist:
Und seid nicht gleichförmig dieser Welt, sondern werdet verwandelt durch die Erneuerung des Sinnes, daß ihr prüfen mögt, was der Wille Gottes ist: das Gute und Wohlgefällige und Vollkommene.
(Röm 12,2)
König David hatte kein leichtes Leben und hatte einen weiten Weg zu gehen, bis aus dem Hirtenjungen der König Israels wurde. Er sagte:
Dein Wohlgefallen zu tun, mein Gott, liebe ich; und dein Gesetz ist tief in meinem Innern.
(Ps 40,9)
David hatte große Freude daran den Willen Gottes zu tun. Es lohnte sich für ihn! Er hatte ein reiches erfülltes Leben, wenn es auch keineswegs problemlos war. Er versuchte nicht ängstlich einen Katalog von Vorschriften einzuhalten. Er sagte zu Gott: „Dein Gesetz ist tief in meinem Innern“. Sein Denken war geprägt worden durch das Wort Gottes und der Geist Gottes leitete ihn.
Ein weiteres Beispiel ist Mose, der seinen Reichtum und seine Stellung am Hof des Pharao verlor und schließlich vor der gewaltigen Herausforderung stand ein ganzes Volk aus der Sklaverei zu befreien:
Durch Glauben weigerte sich Mose, als er groß geworden war, ein Sohn der Tochter Pharaos zu heißen, und zog es vor, lieber zusammen mit dem Volk Gottes geplagt zu werden, als den zeitlichen Genuß der Sünde zu haben, indem er die Schmach des Christus für größeren Reichtum hielt als die Schätze Ägyptens; denn er schaute auf die Belohnung.
(Hebr 11,24-26)
Die Männer und Frauen in der Bibel, die uns als „Glaubenshelden“ vorgestellt werden, waren offensichtlich nicht fehlerlos. (Nur Jesus war das reine Lamm Gottes ohne Sünde.) Ihre Motivation Gott zu folgen entstand nicht, weil sie frustriert waren, keine andere Möglichkeit mehr hatten oder weil sie es aus irgendeinem Grund liebten Kröten zu schlucken. - Sie taten es mit Blick auf die Belohnung. Dagegen sträubt sich das religiös geprägte Denken! Wie denkst du über Gott? Ist er ein Gott, der dir Leben gibt oder ein Gott der dich einschränkt und gängelt? Was ist die Wahrheit über Gott? Leben mit Gott ist das wahre erfüllende Leben!
Jesus hatte auch kein einfaches leichtes Leben - ganz zu schweigen von seinem Tod am Kreuz. Er liebte es den Willen des Vaters im Himmel zu tun und die Freude, die er dadurch empfand gab ihm mehr Kraft und Erfüllung als gutes Essen. Kann man das überhaupt vergleichen? Jesus selber sah es so:
Inzwischen hatten ihm seine Jünger zugeredet: “Meister, iss doch etwas!” Aber er sagte zu ihnen: “Ich habe eine Speise, von der ihr nichts wisst.” “Hat ihm wohl jemand etwas zu essen gebracht?”, fragten sich die Jünger untereinander. Aber Jesus erklärte ihnen: “Ich lebe davon, dass ich Gottes Willen erfülle und sein Werk zu Ende führe.“
(Joh 4,31-34 Üb. „Hoffnung für alle“)
Zum guten Schluss: Wie liebt man einen unsichtbaren Gott?
Die klare Antwort gibt Jesus:
Wie der Vater mich geliebt hat, habe auch ich euch geliebt. Bleibt in meiner Liebe! Wenn ihr meine Gebote haltet, so werdet ihr in meiner Liebe bleiben, wie ich die Gebote meines Vaters gehalten habe und in seiner Liebe bleibe. Dies habe ich zu euch geredet, damit meine Freude in euch sei und eure Freude völlig werde. Dies ist mein Gebot, daß ihr einander liebt, wie ich euch geliebt habe. Größere Liebe hat niemand als die, daß er sein Leben hingibt für seine Freunde. Ihr seid meine Freunde, wenn ihr tut, was ich euch gebiete.
(Joh 15,9-14)
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Biblische Finanzstrategie - neues PDF
23.8.2010 von Wolfram.
Der Artikel über das Geben und den Zehnten war einer der beliebtesten aus der alten Webseite. Er steht nun hier als PDF zur Verfügung.
Aus der Zusammenfassung:
Nach wie vor kann man nur einem Gott dienen - dem lebendigen Gott oder dem Mammon. Wenn wir mit unserem Geld Gott nicht ehren und keinen echten Gehorsam aus Glauben lernen, werden wir Jesus nicht ernsthaft nachfolgen können. Diese Nachfolge verläuft aber nicht nach Schema F. Auch durch das Geben können wir bei Gott nichts erreichen oder verdienen. Das Geben des zehnten Teils unseres Einkommens ist der biblische Weg, um mit dem Geld Glauben und Gehorsam einzuüben. Mit einem Erfolgsrezept nach dem Motto “tue das und du wirst glücklich” hat das nichts zu tun. Die Lehre des Neuen Testaments in Bezug auf Geld und Geben ist radikal. Das Zehnten-Geben bietet uns einen Einstiegspunkt in diese Dimensionen des Glaubens. Als Schema F führt es dagegen sehr leicht zu einer versteckten Gesetzlichkeit, die den Segen Gottes behindert. Auch beim Thema Geld müssen wir lernen, dem HERRN von Herzen zu gehorchen aus ungeheucheltem Glauben, anstatt uns mit formaler Rechtgläubigkeit zu begnügen.
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Der Wachstumspfad (6)
22.8.2010 von Wolfram.
Der Pfad - gut markiert
Aber der Pfad der Gerechten ist wie das glänzende Morgenlicht, heller und heller erstrahlt es bis zur Tageshöhe.
Der Weg der Gottlosen ist wie das Dunkel; sie erkennen nicht, worüber sie stürzen.
(Spr 4,18-19)
Gott hat uns nicht im Unklaren gelassen, wie wir ihn besser kennen lernen können. Es gibt einen klar vorgezeichneten Weg, der uns das Leben mit ihm mehr und mehr real werden lässt. In dem bekannten Gleichnis vom verlorenen Sohn liebt der Vater den Sohn immer und unveränderlich. Alles liegt für den Sohn bereit, aber der muss erstmal tief fallen bevor er sich entschliesst:
Ich will mich aufmachen und zu meinem Vater gehen und will zu ihm sagen: Vater, ich habe gesündigt gegen den Himmel und vor dir,
(Lk 15,18)
Er musste sich aufmachen und den Weg gehen. Der Vater kam nicht zu ihm, obwohl er sich sehr nach seinem Sohn sehnte. Der Vater wartete bis der Sohn eine Entscheidung getroffen hatte und sich aufgemacht hatte. Dann lief er ihm eilig entgegen:
Und er machte sich auf und ging zu seinem Vater. Als er aber noch fern war, sah ihn sein Vater und wurde innerlich bewegt und lief hin und fiel ihm um seinen Hals und küßte ihn.
(Lk 15,20)
Gott sehnt sich sehr danach mit dir zusammen zu sein - viel mehr als du es tust - und er wir dir eilig entgegenkommen.
In seinem Brief schreibt der Apostel Petrus:
eben deshalb wendet aber auch allen Fleiß auf und reicht in eurem Glauben die Tugend dar, in der Tugend aber die Erkenntnis, in der Erkenntnis aber die Enthaltsamkeit, in der Enthaltsamkeit aber das Ausharren, in dem Ausharren aber die Gottseligkeit, in der Gottseligkeit aber die Bruderliebe, in der Bruderliebe aber die Liebe.
(2. Petr 1,5-7)
Der hier wiedergegebene Text der Elberfelder-Übersetzung enthält sehr viele altertümliche Begriffe. Ich stelle deshalb den Text aus der modernen Übertragung „Hoffnung für alle“ (siehe Seite „Urheberrecht“) daneben:
Deshalb setzt alles daran, Gott zu vertrauen, und zeigt das durch ein vorbildliches Leben.
Jeder soll sehen, dass ihr Gott kennt. Diese Erkenntnis Gottes zeigt sich in eurer Selbstbeherrschung. Selbstbeherrschung erfordert Ausdauer, und aus der wiederum erwächst wahre Liebe zu Gott. Wer Gott liebt, wird auch seine Brüder und Schwestern lieben, und schließlich werden alle Menschen diese Liebe zu spüren bekommen.
Der Wachstumspfad verläuft also von Selbstbeherrschung über Geduld und Ausdauer zu einer Liebesbeziehung zu Gott. Diese überfließende Liebe zeigt sich dann zuerst an den Beziehungen zu andern Christen (Gemeinde) und wird dann auch für alle anderen Menschen deutlich sichtbar.
Einen Vorgeschmack bekommen
Wenn du dich nach mehr von Gott sehnst, machst du dich auf die Socken und suchst nach Leuten, die dir weiterhelfen können oder du besuchst Konferenzen oder Gemeinden, die bekannt dafür sind, dass man Gott dort intensiver erleben kann als anderswo. Oder du suchst Gottes Nähe allein an einem einsamen Ort. Du beschäftigst dich mit dem Wort Gottes - der Bibel - und du bittest Gott dir sein Wort zu erklären und aufzuschließen. Dann wird es nicht lange dauern, bis du erste Erfahrungen mit Gott machst. Sind Erfahrungen wichtig oder sollte man nicht „einfach so“ glauben? Sicher ist es richtig, dass Gott uns mit der Zeit dahin bringen will sogar entgegen unseren Erfahrungen ihm zu vertrauen, aber das kann nicht der Einstieg sein. Der Anfang ist, dass Gott den schwachen Glauben, der in uns aufkeimt durch Erfahrungen seiner Güte und Gegenwart stärkt. Wir brauchen das. Diese Erfahrungen wecken die Sehnsucht nach einem Leben in Gottes Nähe und unter seiner Führung. Sie ziehen uns zu ihm. Plötzlich wird klar: Es geht nicht um Religion oder Ideologie, sondern um ein ganz neuen Weg zu leben.
Schmecket und sehet, daß der HERR gütig ist! Glücklich der Mann, der sich bei ihm birgt!
(Psalm 34,9)
Durch Glauben und „Ausharren“
Haltet es für lauter Freude, meine Brüder, wenn ihr in mancherlei Versuchungen geratet, indem ihr erkennt, daß die Bewährung eures Glaubens Ausharren bewirkt. Das Ausharren aber soll ein vollkommenes Werk haben, damit ihr vollkommen und vollendet seid und in nichts Mangel habt.
(Jakobus 1,2-4)
Durch vielerlei Hindernisse und Herausforderungen lernen wir am Glauben festzuhalten und trotz widerstreitender Gefühle und „Versuchungen“ in der Selbstbeherrschung zu bleiben. Das ist „Ausharren“. Eben nicht zu tun, was der Bauch sagt, sondern was der Geist Gottes in uns sagt. Nach den ersten verkrampften Versuchen es alleine zu erreichen, lernen wir mehr über die Wege Gottes - darüber auf ihn zu schauen, die Gedanken mit Lobpreis und Dankbarkeit zu füllen und vieles andere. So lernen wir Gott auf seinem Weg kennen und werden gleichzeitig verändert für ein neues Leben.
„Selbstbeherrschung erfordert Ausdauer, und aus der wiederum erwächst wahre Liebe zu Gott.“
Warum? Weil wir auf dem Weg des „Ausharrens“ Gott kennenlernen und mehr und mehr von ihm begeistert sein werden. Wie soll man denn jemand lieben, den man nicht kennt? Wie soll man eine neues Leben bekommen, wenn man das alte nicht verlassen will?
So wie Jakobus sagt: „Das Ausharren aber soll ein vollkommenes Werk haben, damit ihr vollkommen und vollendet seid und in nichts Mangel habt.“ - Wer Gott „hat“ dem fehlt nichts.
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Der Wachstumspfad (5)
21.8.2010 von Wolfram.
Gott ist den Aufwand wert
Wahre Erkenntnis Gottes, die mich tiefgreifend verändert kommt, wenn wir uns fleißig darum bemühen. Das hört sich wie Werkgerechigkeit an, ist aber wahr. Petrus sagt in unserem Text (2.Petr 1,1-15): “eben deshalb wendet aber auch allen Fleiß auf …” Wir dürfen solche Aussagen nicht einfach mit dem Argument wegdrücken “Gott hat schon alles getan …”. Gott hat tatsächlich schon alles getan, aber was tust du, um diese kostbaren Dinge zu empfangen? Mit Lässigkeit wirst du gar nichts bekommen - das steht schon in den Sprüchen (Spr 12,27, vergl. 2.Chr 29,11). Täglich die Bibel zu lesen und zu beten ist auf Dauer unverzichtbar. Am besten ganz ohne religiösen Leistungsdruck. Ich habe damit angefangen jeden Tag ein Kapitel zu lesen und weil ich viel Zeit (und viele Sorgen) hatte, bin ich alle zwei Tage ca. eine Stunde mit Gott spazieren gegangen. Sicher gibt es Zeiten in denen die Umstände dies verhindern, aber solange dir Fernsehen wichtiger ist als eine kurze Zeit mit Gott, hast du noch nicht genug Hunger nach Gott, um wirklich etwas von Ihm zu bekommen. Wenn wir den Wert von Verheißungen wie “Anteil haben an Gottes Natur” erkannt haben, werden wir nicht lässig sein und Gott unsere Wertschätzung für seine Verheißungen ausdrücken, indem wir fleißig mit ihm zusammenarbeiten.
Es geht Gott auch darum überhaupt einen Rahmen zu schaffen in dem das wunderbare, göttlich-tolle Leben, das er uns geben will überhaupt existieren kann. Mein Problem war z.B., dass ich sehr passiv und depressiv war und kaum etwas arbeiten konnte. Es gab auch keine Möglichkeit dazu, denn ich war arbeitslos. Und so gibt es oftmals „Teufelskreise“ in den wir festsitzen und aus denen wir nur durch Gottes Eingreifen befreit werden können. Das setzt aber auch voraus, die Grenzen des gewohnten und uns so bequem gewordenen Lebens zu überschreiten. Nur so zeigen wir Gott deutlich, dass wir dieses Leben wirklich verlassen wollen. Jesus hat manchmal sogar die schwer Kranken gefragt: „Willst du geheilt werden?“ (Joh 5,5+6). Was sich wie eine arge Zumutung anhört, ist für Gott unverzichtbar. Er will keine Sklaven, sondern Menschen, die Ihm freiwillig und aus echter Freundschaft folgen. Niemand wird mit Segnungen oder Heilung „bestochen“ oder irgendwie gezwungen. Gott benutzt viele Dinge, um uns zu sich zu ziehen, aber immer kommt irgendein Punkt, wo es nur noch weitergeht, wenn wir es von ganzem Herzen wollen. Sonst könnten wir das Neue auch nicht lange behalten und würden immer zwischen dem Alten und dem Neuen hin und her schwanken, wie viele es ja auch tun. Wir werden befreit, durch Gottes gnädiges Eingreifen, sobald wir uns zu dem festen Entschluss durchgekämpft haben, das alte Leben zu verlassen und dann bleiben wir frei, indem wir entschlossen und fleißig mit Gott zusammenarbeiten.
Jesus hat gesagt:
und wer nicht sein Kreuz trägt und mir nachkommt, kann nicht mein Jünger sein. (Lk 14,27)
Wer nicht sein natürliches Leben in seinen alltäglichen Widerwärtigkeiten und Herausforderungen überwindet und es nicht lernt seine körperlichen Begierden zu zügeln oder wer es nicht lassen kann lose daherzureden der kann eben nicht ein Jünger von Jesus werden. Er will vielleicht, aber er kann nicht.
Sünde ist ja nicht deshalb schlecht, weil sie zu irgendwelchen religiösen Problemen führt, sondern weil sie dein Leben zerstört und das auffrisst, was eigentlich dir gehört! - Das was Gott dir an Gutem geben will! Jesus hat schlicht „Leben“ versprochen:
Denn so hat Gott die Welt geliebt, daß er seinen eingeborenen Sohn gab, damit jeder, der an ihn glaubt, nicht verloren geht, sondern ewiges Leben hat. (Joh 3,16)
Wer an den Sohn glaubt, hat ewiges Leben; wer aber dem Sohn nicht gehorcht, wird das Leben nicht sehen, sondern der Zorn Gottes bleibt auf ihm. (Joh 3,36)
wer aber von dem Wasser trinken wird, das ich ihm geben werde, den wird nicht dürsten in Ewigkeit; sondern das Wasser, das ich ihm geben werde, wird in ihm eine Quelle Wassers werden, das ins ewige Leben quillt. (Joh 4,14)
Dieses Leben ist wertvoll und du musst es gut festhalten, denn es ist hart umkämpft. Wenn du es loslässt - durch mangelnde Disziplin - schadest du dir selber. Das an für sich positive Wort „Disziplin“ wird in vielen Übersetzungen auch mit dem heute weniger verständlichen Wort „Zucht“ übersetzt, meint aber das selbe:
Wer Zucht fahren läßt, verachtet sich selbst;
(Spr 15,32)
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Der Wachstumspfad (4)
14.8.2010 von Wolfram.
Von ganzem Herzen erwünscht - ein neues Leben von Gott
Die wahre Erkenntnis Gottes geht weit über Wissen hinaus, wie auch an der Geschichte von Josef und seinen Brüdern deutlich wird. Sie wird dich verändern, so dass andere (!) es bemerken. Deshalb fängt Glauben und Leben mit Gott immer mit der Veränderung deines alltäglichen Privatlebens an. Und jeder Wachstumsschritt ist ein Veränderungsschritt, der uns Jesus ähnlicher macht. Alles andere ist (Selbst-) Betrug.
Das bringt dich unter Druck? Mich auch, denn ich weiss, dass ich mich kaum selbst verändern kann. Schon gar nicht in Bereichen in denen ich schwach bin. Gott steht bereit, um uns aus seiner reinen und selbstlosen Liebe heraus zu verändern. Wenn man diese Gnade empfangen will, muss man oft erstmal erleben, dass man es selbst nicht kann. Diese demütige Haltung erreicht man aber nur, wenn man ernsthaft versucht eine Veränderung zu erreichen. Sonst bleibt es bei etwas, dass den guten Vorsätzen am Neujahrstag sehr ähnlich ist. Nur dass dann jede Woche - meist am Sonntag - Neujahr bei dir ist.
Nichts aber auch gar nichts kann man von Gott empfangen, wenn es nicht erstens um Gott geht (du liebst Ihn mehr als dass, was du erbittest oder Deine Bitte richtet sich auf etwas was Gott ehrt) und du es zweitens von ganzem Herzen willst! Die Dinge die Gott geben will, sind wertvoller als alle Schätze dieser Welt und werden nicht wie saures Bier angeboten. Gott hat sinngemäß immer wieder gesagt: Wenn du mich von ganzem Herzen suchst, will ich mich von dir finden lassen.“ (5.Mose 4,29, Jer 29,13, Lk 11,9 und andere)
Der erste Schritt des Weges in die Fülle Gottes ist also die Veränderung deines ganz persönlichen Privatlebens. Wichtig sind dabei:
Mit Gottes Hilfe negative Gewohnheiten ablegen: Gott wird dir wenige klare Punkte vorlegen, an denen sich entscheidet, ob du an deinem bisherigen Leben festhalten möchtest oder ob du bereit bist dich selbst zu verleugnen und das neue Leben zu empfangen.
Im Licht leben: Nicht frömmer erscheinen als man ist (Phil 2,3). Auch vor sich selber ehrlich sein und die eigene Situation realistisch einschätzen.
Auf Gottes Hilfe vertrauen, mit Ihm zusammen sein, beten und dranbleiben.
Leben im Königreich
Alle Dinge, die wir uns so sehr von Gott ersehnen sind ja im „Reich Gottes“ - und das Reich Gottes ist dort, wo Gott regiert und schaltet und waltet wie er will. Und bevor du in der Autorität und der Kraft dieses Reiches gehen kannst, muss dieses Reich erstmal zu dir selber kommen. Bevor du anderen dienen kannst mit Glauben und Vollmacht musst du erstmal für dein eigenes ganz privates Leben glauben und mit Gott gehen. Es hat auch keinen Zweck ein Leiter in der Gemeinde Jesu werden zu wollen, bevor du nicht dein eigenes Leben mit Gottes Hilfe leiten kannst.
Es ist manchmal frustrierend monatelang oder gar jahrelang damit zu kämpfen, dass ich nicht mehr von meinen alten Leben beherrscht und gesteuert werde, sondern vom Heiligen Geist, aber es ist notwendig, denn es kann nicht sein, dass aus einer Quelle süßes und bitteres Wasser fließt (Jak 3,11) und man kann z.B. auch nicht mit einem Auto fahren, das von zwei Lenkrädern gesteuert wird und die beiden Fahrer wollen in die entgegengesetzte Richtung.
Mit Gott leben ist einfach
Oft wird der Eindruck vermittelt, es sei schwierig im Alltag mit Gott zu leben. Man denkt an all die religiösen Übungen, die man absolvieren sollte oder man fürchtet sich davor, sich mit Gott und all seinen Ansprüchen etwas aufzuhalsen. Dieses falsche Bild von Gott ist auch eine Frucht zahlloser Predigten, die immer wieder betonen, dass du dich Gott „völlig hingeben“ sollst, aber dann kein klares Bild vermitteln, wie ein Leben mit Gott im Alltag aussehen kann. Ich habe Leute getroffen, die mir sinngemäß sagten: „Wenn Gott zu mir spricht, dann wird er sicher nur sagen: „Geh‘ als Missionar nach Afrika!“ - und da will ich nicht hin.“
Eine weitere Möglichkeit sich in komplizierten religiösen Dingen zu verheddern, ist die intensive Beschäftigung mit sich selbst. Man betrachtet endlos die eigene Befindlichkeit, die Gefühle und widmet sich Fragen wie: „Warum fühle ich mich in dieser Situation so - welche Prägungen aus meiner Kindheit sind dafür verantwortlich?“ Sicher ist es gut am Anfang des Wegs mit Jesus die Vergangenheit zu bereinigen und loszulassen! Gott hat z.B. gesagt, dass unser Verhältnis zu unseren Eltern entscheidend für unseren weiteren Lebensweg ist. Das ist aber keine Aufforderung die selbstzentrierte Beschäftigung mit meinem Leben religiös auf die Spitze zu treiben! Ziel ist vielmehr das alte Leben los zu lassen und die Dinge, die aus der Vergangenheit nach uns greifen zu bereinigen.
Ist es wirklich so schwierig, kompliziert oder nur durch radikale Massnahmen zu erreichen? Die Bibel behauptet es sei einfach und naheliegend:
Die Gerechtigkeit aus Glauben aber sagt so: Sprich nicht in deinem Herzen: «Wer wird in den Himmel hinaufsteigen?» das ist: Christus herabführen; oder: «Wer wird in den Abgrund hinabsteigen?» das ist: Christus aus den Toten heraufführen. Sondern was sagt sie? «Das Wort ist dir nahe, in deinem Mund und in deinem Herzen.» Das ist das Wort des Glaubens, das wir predigen,
(Röm 10,6-8)
Du brauchst nicht perfekt werden und in den Himmel hinaufsteigen und du brauchst auch nicht durch die Hölle gehen und in der Finsternis nach Ursachen suchen. Es gibt eine „Gerechtigkeit aus Glauben“, die dir die Möglichkeit gibt beständig in Gottes Gegenwart zu bleiben. Und der Kern dieser wunderbaren Gerechtigkeit vor Gott ist: „Das Wort ist dir nahe, in deinem Mund und in deinem Herzen.“ Gleich zu Beginn unseres Wegs mit Gott legt er uns wenige einfache Schritte vor, die naheliegend, praktisch, machbar und angemessen sind. Wir wissen es einfach. Wenn wir sie befolgen führt er uns wunderbar weiter und wir werden auf dem Weg verändert, so wie wir es niemals machen oder arrangieren könnten! Wenn wir sie nicht befolgen, verstricken wir uns in selbst gemachter Religiosität, Leistungsdruck und komplizierten Gedanken. Was hat Gott dir zum Anfang auf Herz gelegt? Wo bist du stehen geblieben? - Sein Geist wird dich in alle Wahrheit leiten! (Joh 16,13)
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Der Wachstumspfad (3)
13.8.2010 von Wolfram.
Der Weg
Bisher hat sich das ja so angehört, als hätten wir einfach alles von Gott - oder als hätten wir eben nichts. Je nachdem, ob wir durch den Heiligen Geist bewirkte Erkenntnis Gottes haben oder nicht. Dies führt aber in eine Sackgasse des Glaubens, weil wir dann entweder uns und anderen vorspielen müssen alles schon zu haben oder wir bleiben passiv und verzagt und halten uns für Christen zweiter Klasse, die eben so gut wie nichts haben. Petrus bleibt aber hier nicht stehen und zeigt uns einen Weg auf dem die Erkenntnis Gottes immer größer wird und der uns kraftvoll verändert:
Denn wenn diese Dinge bei euch vorhanden sind und zunehmen, lassen sie euch im Hinblick auf die Erkenntnis unseres Herrn Jesus Christus nicht träge und nicht fruchtleer sein. Denn bei wem diese Dinge nicht vorhanden sind, der ist blind, kurzsichtig und hat die Reinigung von seinen früheren Sünden vergessen. Darum, Brüder, befleißigt euch um so mehr, eure Berufung und Erwählung fest zu machen! Denn wenn ihr diese Dinge tut, werdet ihr niemals straucheln. Den so wird euch reichlich gewährt werden der Eingang in das ewige Reich unseres Herrn und Heilandes Jesus Christus.
(1.Petr 1,8-11)
“Diese Dinge” waren Petrus sehr wichtig. Er schreibt:
Deshalb will ich Sorge tragen, euch immer an diese Dinge zu erinnern, obwohl ihr sie wißt und in der bei euch vorhandenen Wahrheit gestärkt (Andere Üb.: gefestigt) seid. Ich halte es aber für recht, solange ich in diesem Zelt bin, euch durch Erinnerung aufzuwecken, da ich weiß, daß das Ablegen meines Zeltes bald geschieht, wie auch unser Herr Jesus Christus mir kundgetan hat. Ich werde aber darauf bedacht sein, daß ihr auch nach meinem Abschied jederzeit imstande seid, euch diese Dinge ins Gedächtnis zu rufen.
(2.Petr 1,12-15)
(Mit dem “Zelt” ist der sterbliche Körper gemeint - eine vorübergehende Behausung .)
In Vers 13 heißt es: “durch Erinnerung aufzuwecken”, d.h. diese Botschaft, die Petrus hier gibt, dient dazu die Gläubigen aufzuwecken, es ist eine Erweckungsbotschaft, die bewirken kann, dass wir all die herrlichen Dinge, die Gott uns in Christus gegeben hat auch bekommen.
Was sind nun “diese Dinge”, was ist der Weg? Zuerst gibt der Apostel eine herausfordernde Erkenntnis weiter:
Wer Gott kennt, lebt anders - man sieht es!.
Deshalb setzt alles daran, und beweist durch einen vorbildlichen Lebenswandel, daß ihr an Gott glaubt. Jeder soll sehen, daß ihr Gott kennt.
(2.Petr 1,5 - Übersetzung “Hoffnung für alle”)
Kann man es sehen, ob ich Gott kenne und wie nahe ich ihm stehe? - Ja! Früher habe ich das nicht so gesehen und ich war es gewohnt, dass in religiösen Dingen eben mehr Schein als Sein steckt. Immer wieder habe ich auch gehört, dass Gott ja das Herz ansieht (1. Samuel 16,7) und dass wir uns deshalb gar kein Urteil über andere bilden dürfen und stets davon ausgehen müssen, dass jeder der Herrn von ganzem Herzen liebt. Das ist erstens kaum praktikabel und ausserdem führt es zur totalen Verwirrung in der Gemeinde, indem dann auch das Schlechte für gut gehalten werden muss. Das Richten und das üble Reden übereinander bekommt man damit erfahrungsgemäß trotzdem nicht in den Griff. Es entsteht eine heuchlerische Atmosphäre in der keine Jüngerschaft und Korrektur mehr vermittelt wird und stattdessen alles mit einer bequemen Einstellung zur Seite geschoben wird. Das Problem kann ja nicht sein, dass wir erkennen, wie es um den andern steht, dann wäre ja Wahrheit das Problem in der Gemeinde. Das Problem sind doch Einstellungen wie Stolz (Überheblichkeit), Lieblosigkeit, mangelnder Respekt usw., die uns daran hindern den Anderen so zu sehen wir er / sie ist und trotzdem voll und ganz anzunehmen. Wenn wir in Gottes Nähe sind, werden wir alle verwandelt und es wird in einer liebevollen Atmosphäre auch leicht sein Korrektur anzunehmen und zu vermitteln.
Zurück zum Thema: Ein Glauben, der aus Wissen und religiösem Verhalten besteht, ist peinlicherweise für jeden, der den Weg mit Gott gegangen ist deutlich als Fälschung zu erkennen. Man weiss ja, wie man früher drauf war und wie Gott einem da heraus geholfen hat. Und man sieht es auch bei anderen. Auch mir wurde eines Tages peinlich bewusst, dass man „es“ sieht. Diese Geschichte möchte hier erzählen:
Als ich auf der Bibelschule war, mussten wir eine Arbeit über den Unterricht eines bestimmten Lehrers schreiben. Und ich war besonders schlau: ich hatte nämlich gemerkt, dass der ganze Unterricht aus einem Buch von Derek Prince war. Und ich habe dann alle Antworten aus diesem Buch genommen und außerdem habe ich das ganze noch mit einigen persönlichen Weisheiten verfeinert. Ich war ziemlich ehrgeizig in dieser Sache und habe lange daran gearbeitet, denn ich hatte gemerkt, dass dieser Lehrer irgendwie keine allzu hohe Meinung von mir hatte und ich wollte ihm voller falschem Ehrgeiz mal zeigen, dass ich sogar bessere Antworten geben kann als Derek Prince.
Schließlich bekamen wir die Arbeit zurück und ein Haufen Leute stand gerade in meinem Zimmer und hat verglichen, was für Kommentare unter den Arbeiten standen. Der Lehrer hatte jedem einen ermutigenden Kommentar unter die Arbeit geschrieben, wie zum Beispiel: „Gut! Mach weiter so!“ Da wurde ich gefragt: Was steht unter deiner Arbeit? Alle wussten, dass ich versucht hatte Derek Prince zu übertreffen. Und ich bin dann extra die Treppe hinunter gegangen, um meine Arbeit aus dem Postfach zu holen. Und noch auf der Treppe habe ich den Kommentar gelesen: “Wolfram, du hast viel von Gott erkannt, doch lebe in dieser Erkenntnis!”. Ich war empört und bat den Lehrer um einen Gesprächstermin. Ich war sicher er würde diese Aussage nicht belegen können. - Aber er konnte es und er erklärte mir an einigen Beispielen meines täglichen Verhaltens, dass ich keine Gottesfurcht hätte. Leider hatte er recht - ich wusste nicht einmal was Gottesfurcht eigentlich ist und wie sie in der Praxis aussieht. Ich hatte das Thema “die Furcht Gottes”, über das in der Bibel viel gesagt wird, irgendwie übersehen und noch viel wichtiger: Ich sah mit Gottes Hilfe, dass mein Wissen und mein tatsächliches alltägliches Verhalten nicht zusammenpassten.
Danach war ich in Schwierigkeiten und es begann eine Zeit, die nicht einfach war und in der ich mich sehr nach dem Herrn ausgestreckt habe - ich oft den Eindruck hatte in der Sackgasse zu stecken und ich auch vom Herrn gedemütigt wurde, weil ich erkannt habe, wie es wirklich um mich steht und dass ich wenig tun kann. Immer wieder betete ich einen Vers den ich in den Psalmen gefunden hatte:
Lehre mich, HERR deinen Weg: ich will wandeln in deiner Wahrheit! Fasse mein Herz zusammen zur Furcht deines Namens!(Ps 86,11)
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